Anforderungen an Anlagen/Anlagenteile in Überschwemmungsgebieten


Anlagen Anforderungen

Unterirdische Anlagen (Behälter und Rohrleitungen) Sicherung der Behälter und Rohrleitungen gegen Auftrieb, z.B.: - Erhöhung der Erdüberdeckung oder - Aufbringen einer den Behälter überdeckenden Betonplatte oder - durch Verankerung mit Stahlbändern in einer Betonbodenplatte (Die Auftriebssicherung muss mit mindestens 1,3 facher Sicherheit gegen Aufschwimmen der leeren Behälter/Rohrleitungen – bezogen auf den völligen Einstau – nachgewiesen werden.)

Der beim Einstau auftretende äußere Wasserdruck muss sicher aufgenommen werden können, d.h. Behälter und Rohrleitungen müssen für diesen Fall statisch ausgelegt sein. (Nachweis im bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweis)


Oberirdische Anlagen im Freien Schutz gegen Abschwemmen und gegen mechanische Beschädigung durch Treibgut oder ähnliches
Behälter und Anlagenteile dürfen den freien Hochwasserabfluss nicht beeinträchtigen.

Die Unterkante von Behältern muss oberhalb der Wasserspiegellage liegen.

Rohrleitungen sind so anzuordnen, dass sie oberhalb der Wasserspiegellage liegen.
Boden- und Seitenwände von Auffangräumen müssen von ihrer Beschaffenheit her nachweislich in der Lage sein, die Auftriebskräfte aufzunehmen.

Oberirdische Anlagen im Gebäude Behälter müssen auftriebssicher aufgestellt werden. Die Auftriebssicherung kann z.B. erfolgen durch:

- Verankerung mit Stahlbändern im Boden oder
- Verankerung mit Stahlbändern in den Seitenwänden oder
- Abstützung mit Stahlstreben gegen die Raumdecke.
Boden, Seitenwände oder Decke des Raums müssen von ihrer Beschaffenheit her in der Lage sein, die Auftriebskräfte sicher aufzunehmen. (statischer Nachweis erforderlich)
Stehen Behälter in beschichteten Auffangräumen, sind Verankerungen im Bereich der Beschichtung nur dann zulässig, wenn anschließend eine sorgfältige Abdichtung erfolgt, sofern dies nach der bauaufsichtlichen Zulassung zulässig ist.
Werden Behälter durch Verankerung in den Seitenwänden oder Abstützung gegen die Decke gegen Auftrieb gesichert, muss darauf geachtet werden, dass Drehbewegungen der Behälter nicht möglich sind.
Die Auftriebssicherung muss mit mindestens 1,3 facher Sicherheit gegen Aufschwimmen der leeren Behälter/Rohrleitungen – bezogen auf den völligen Einstau – nachgewiesen werden.
Behälter müssen den beim Einstau auftretenden äußeren Wasserdruck sicher aufnehmen können, das heißt sie müssen statisch für diesen Fall ausgelegt sein. (Nachweis im bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweis)

Entlüftungsleitungen sind so zu führen, dass ihre Mündungen nicht überflutet werden können. Sie sind in ihrer gesamten Länge fest zu verankern und so auszuführen, dass sie durch äußeren Wasserdruck oder Treibgut nicht beschädigt werden können. Bei Verlängerung der Entlüftungsleitung ist zu überprüfen, ob die Behälter für den bei etwaigen Überfüllungen eintretenden Innendruck statisch ausgelegt sind.

Befüllanschlüsse Befüllanschlüsse sind – sofern sie überflutet werden können – mit Dichtungen abzudichten. Die Dichtung darf nur während des Befüllvorganges entfernt werden.


Anlagenteile Anforderungen

Rohrleitungen Füll-, Verbindungs- und Entnahmeleitungen sind in ihrer gesamten Länge fest zu verankern und so auszuführen, dass sie nicht beschädigt werden können.

Öffnungen in Behältern und Rohrleitungen sind – sofern sie nicht überflutungsfrei angeordnet werden können – wasserdicht auszuführen:

- Dichtungen von Domdeckeln sind einstausicher auszuführen.
  Die Dichtheit ist durch die Einbaufirma zu bestätigen.

- Domdeckel ohne Verschraubungen müssen so arretiert werden, dass sie bei Überflutungen durch etwaige Strömungen nicht verschoben werden können. In Zweifelsfällen ist eine nachträgliche Verschraubung vorzunehmen.

- Bei Füllstandsanzeigen mit Kunststoffgehäuse, die direkt auf dem Behälter montiert sind (sogenannte Schwimmergeräte), ist davon auszugehen, dass eine ausreichende Dichtheit nicht gewährleistet ist. Derartige Geräte sind, sofern die vollständige Überflutung des Behälters zu besorgen ist, zu entfernen; der Anschluss am Behälter ist dicht zu verschließen. Alternativ kann ein pneumatischer Füllstandsanzeiger montiert werden.